In dieser wunderschönen Stadt wohne ich
Damit ihr etwas mehr über Siena erfahren könnt, als nur die Tatsache, dass es hier den Palio (das berühmte Pferderennen) gibt, stelle ich euch hier die Stadt vor…
Siena – 54000 Einwohner
Bergstadt. Mittelalterstadt. Die Stadt ist traumhaft schön. Die Häuser sind alle noch aus dem Mittelalter erhalten (italienische Gotik) und geben der Stadt ein tolles Flair, seit 1995 gehört die Altstadt sogar zum UNESCO-Welterbe. Egal welchen Weg man wählt, geht man bergauf und bergab – ziemlich anstrengend. Nicht alle Wege, die auf der Karte kurz aussehen, sind deshalb auch schnell zu gehen… Das hat auch dazu geführt, dass ich mich in den ersten Zeit ziemlich oft verlaufen habe und immer meinen Stadtplan mitnehmen musste. Da die Straßen so eng und verwinkelt sind, ist der Stadtkern auch autofrei. Eigentlich. Bis auf Taxen, Busse, Anwohner, Polizei, Krankenwagen, Lieferwagen, Müllabfuhr (jeden morgen gegen 10 Uhr wird der Müll abgeholt, den man in vor die Tür gestellt hat) und Straßenreinigung. Da fragt man sich schon, was Parkplätze und Ampeln in einer Autofreien Stadt zu suchen haben!
Mir fehlt ein bisschen mein Fahrrad, mit dem ich in Bonn überall und vor allem schnell hinfahren konnte. Aber selbst wenn ich ein Fahrrad hätte, müsste ich es wahrscheinlich ständig schieben um den nächsten Berg zu erklimmen.
Kleinstadt. An jeder Ecke trifft man Leute, die man kennt. Abends sind die Ausgehmöglichkeiten etwas beschränkt: Es gibt zwei größere Discotheken außerhalb Sienas, zu denen regelmäßig Busse fahren und eine Handvoll Bars direkt in der Stadt. Unter anderem das Barone Rosso, in dem jeden Mittwoch Erasmusparties stattfinden.
Touristenstadt. Treffpunkt und überhaupt Mittelpunkt ist die Piazza Il Campo, sowohl für Studenten als auch für die Heerscharen von Touristen, die hier Sightseeing machen – wahlweise Deutsche, Franzosen, Spanier oder Engländer. Und Japaner.
Palio und Contraden. Die Stadt ist gegliedert in drei Terzi (Drittel), in denen mehrere Contrade (Stadtteile) zusammengefasst sind (insgesamt 17). Diese sind nach ihren Wappen (meist Tieren) benannt und sind Gegner beim berühmten Palio (Pferderennen auf der Piazza Il Campo am 2. Juli und 16. August). Im Juli 2007 gewann die Contrada dell’Oca (Gans) und im August die Contrada del Leocorno (Einhorn). Die Contraden erfüllen in Siena viele Zwecke, sie kümmern sich um die Renovierung ihres Stadtteils, pflegen ihre alten Bürger und geben, falls dies der Fall ist, Arbeitslosen vorübergehend Aufgaben. Auf Grund der sozialen Aktivitäten der Contraden, in denen jeder jeden kennt, ist Siena unter den Städten dieser Größe die mit der geringsten Kriminalitätsrate.
- Zum Terzo di Città zählen die Contrade Aquila (Adler) : hier wohne ich!!, Chiocciola (Schnecke), Onda (Welle), Pantera (Panther), Selva (Wald) und Tartuca (Schildkröte).
- Zum Terzo di San Martino gehören die Contrade Civetta (Eule), Leocorno (Einhorn), Nicchio (Muschel), Valdimontone (Widder) und Torre (Turm).
- Zum Terzo di Camollia gehören die Contrade Bruco (Raupe), Drago (Drache), Giraffa (Giraffe), Istrice (Stachelschwein), Lupa (Wölfin) und Oca (Gans).
Wenn ihr vom Palio noch nichts gehört habt, Gianna Nannini (Sängerin) kennt ihr sicherlich. Sie kommt aus Siena und ihr Vater betrieb eine Reihe von Cafés, die jetzt von ihrem Bruder, dem ehemaligen Rennfahrer Alessandro geführt werden.
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